Samstags-Rätsel

Heute zur Abwechslung mal ein Rätsel - gesucht wird eine Person. Und hier kommen Ihre Hinweise:
Vor unserer gesuchten Person ist man nirgendwo sicher. So allgegenwärtig ist sie, so penetrant-präsent, so abgeklärt-aktiv. Zu allem weiß sie was und zwar immer in einem Jargon, der auf dem Soziologenkongress oder dem Germanistentag bestimmt für begeistertes Stricknadelklappern sorgen würde. Und jetzt kann man sie sogar noch in den Tagesthemen bewundern. Meist aber schreibt die gesuchte Person. Ihre subjektiven Beobachtungen “unterfüttert sie dabei gerne mit theoretisch-fundiertem Unterbau” (sagt ein Interviewer über sie) beim Bloggen geht es ihr manchmal auch nur darum […] “dem gesellschaftlichen Mainstream was entgegen zu setzen oder einen widerspenstigen Diskurs sichtbarer zu machen.” (sagt sie selbst). Und so lesen sich die Texte unserer gesuchten Person dann auch wie ein Referat von dem Kommilitonen, der schon im ersten Semester bei jeder Wortmeldung mindestens dreimal Marx und einmal Hegel zitiert hat: bemüht. Aber so schreibt man eben, wenn man die Welt verstanden hat und sie jetzt mal eben den ganzen tumben Toren erklären muss. Und so erklärt unsere gesuchte Person ständig und überall, wie die Welt funktioniert, die Generation X und die Berliner Szene. Über die mockiert sich die gesuchte Person gern mal auf amüsant-ironisch-distanzierte Art und Weise (aber liebevoll, gell!) - diese It-Girls und Mitte-Boys, dieses hippe Prenzlauer Berg-Getue - das kann sie so überhaupt nicht nachvollziehen. Wie denn auch? Na, wissen Sie, wen wir suchen? Nein? Na gut, einen Tipp gibt es noch: unsere gesuchte Person hat mal ein Hauptstadtmagazin vor dem Abgleiten in ein Avantgarde-Medienmagazin mit theoretisch fundiertem Unterbau bewahrt - sie ist jetzt als Chefredakteurin zu einer Online-Redaktion gegangen. Nun, haben Sie es herausgefunden? Mehr Hilfen gibt’s leider nicht;-)

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