Occupied TV-Stations?

Sicher nur eine Fußnote zu den “Occupy Wall Street”-Protesten, die derzeit in den USA ablaufen, aber sie zeigt doch ein wenig, warum sich die US-Regierung (wie das wohl in der BRD ist?) so schwer tut, die Finanzmärkte zu regulieren. Über einen Guardian-Blog
bin ich auf die Geschichte der CNN-Reporterin Erin Burnett gestoßen. Burnett hat bei CNN ein Segment, in dem sie sich mit den Protesten an der Wall-Street beschäftigte - und dabei ordentlich vom Leder gezogen hat. Hier das Youtube-Video. Burnett zeigt die Proteste als Ansammlung von Hippies und Spinnern. Dann interviewt sie einen der Protestierenden und erklärt ihm, dass die USA ja von der Bankenrettung inzwischen sogar profitieren würde und macht sich anschließend lustig darüber, dass die Menschen die hier protestieren wohl erstmal die Fakten checken sollten. Unglücklicherweise - so eine ganze Armada von Kommentatoren - scheint sie das selbst nicht wirklich gemacht zu haben, so meinen zumindest dailybail.com und auch Glenn Greenwald auf salon.com. Interessant ist dabei weniger der Missgriff von Burnett an sich - sondern vielmehr die Tatsache, dass es auch bei CNN Reporter gibt, wie man sie sonst wohl eher beim Murdoch-Sender Foxnews erwarten würde. Burnett, die ihre Karriere als Analystin bei Goldman Sachs begonnen hat und mit einem Wall Street-Banker verlobt ist, hat sich übrigens schon in der Vergangenheit als Apologetin der Wall Street hervorgetan. Hier etwa befragt sie (noch in ihrem alten Job auf CNBC) den demokratischen Abgeordneten Brad Sherman kritisch, warum es eigentlich nötig sei die Entlohnung von Bankern, deren Institute gerade vom Staat gerettet worden sind, zu deckeln, eine Sache, die ihr schwer im Magen zu liegen scheint. Besser und charmanter als der Kongreßabgeordnete kann man so ein tendentiös geführtes Interview m.E. nicht absolvieren.

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